Integrationsmotor Sport


Sport verbindet, fördert das Miteinander und schafft Gemeinsamkeiten. Über das gemeinsame Sporterlebnis ergibt sich die Gelegenheit, Menschen anderer Kulturkreise kennenzulernen, Gemeinsamkeiten zu entdecken, aber auch Missverständnisse und Vorurteile abzubauen sowie Verständnis und Toleranz aufzubauen. Sport ist ein wichtiger Baustein zur Integration für Kinder und Jugendliche genauso wie für Erwachsene.

Die Bedeutung des Sports als Integrationsmotor für unsere Gesellschaft nutzen die Landesregierung NRW und der Landesportbund NRW sehr erfolgreich. Gestützt auf mehr als 20.000 Sportvereine mit über fünf Millionen Mitgliedern wird über vielfältige Veranstaltungen, Projekte und Initiativen erfolgreich eine stärkere Beteiligung der Menschen mit Migrationshintergrund erreicht.

Grundlage für die Initiativen in den nächsten Jahren bilden die Ergebnisse des Forschungsvorhabens Integration von Migrantinnen und Migranten in und durch den Sport (PPT, 4 MB). Es ist an der Universität Bielefeld, Abteilung Sportwissenschaft, unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay und Herrn Prof. Dr. Klaus Cachay durchgeführt worden. Hier steht die Integrationskraft der Sportvereine im Mittelpunkt. Das Projekt ist als flächendeckende Regionalstudie angelegt und untersuchte in Bielefeld und Duisburg quantitativ und qualitativ Vereinssportangebote für alle Altersgruppen und beide Geschlechter. Es berücksichtigte dabei auch Angebote der ethnischen Sportvereine.

Andere Studien machen deutlich, dass es weiterhin ein wichtiges Ziel ist, Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund für den Sport zu gewinnen, denn lediglich etwa 10 Prozent aller Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund sind im organisierten Sport aktiv. Die Beantwortung von Fragen wie: "Wie können junge Frauen erreicht werden? Welche Zugangsbarrieren gibt es und wie können sie überwunden werden? Welche Sportbedürfnisse formulieren Frauen mit Migrationshintergrund?" liefert wichtige Hinweise für künftiges Handeln.

Die Erfahrungen aus vielfältigen und guten Initiativen zur Integration von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund in den Sport und daraus zu entwickelnde Perspektiven werden vom Sportministerium Nordrhein-Westfalen und dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen vorgestellt in einer aktuellen und praxisnahen Broschüre Wir sind dabei! - Mädchen und Frauen mit Zuwanderungsgeschichte im Sport (PDF, 1,5 MB)
Zielgruppe sind Trainerinnen, Übungsleiterinnen, Studierende, Lehrerinnen, Sozialpädagoginnen und sonstige fachlich interessierte Personen. Die Broschüre informiert umfassend, wissenschaftlich fundiert und vielseitig über die Teilnahme von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund am Sport. Dabei werden sowohl Hintergründe für die bisher relativ geringe Partizipation am Sport erläutert als auch Erkenntnisse über die Bedingungen zur Förderung ihrer Teilnahme am Sport zusammengetragen.

Zur Stärkung der Integration vor Ort sollen im Rahmen des laufenden Projekts "Entwicklung und Umsetzung kommunaler Integrationskonzepte des organisierten Sports" bis zum Jahr 2014 in Kooperation mit Sportbünden und Fachverbänden in ausgewählten Kommunen Konzepte entwickelt und umgesetzt werden.

Das Projekt Mädchen mittendrin - Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball, wird seit 2009 mit großem Erfolg durchgeführt. Es hat die Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund aus Stadtteilen mit schwieriger Sozialstruktur sowie von Mädchen aus sozial benachteiligten Familien zum Ziel.

Das Projekt spin - sport interkulturell verfolgt die Zielsetzung, Integrationsprozesse, besonders von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund in und durch den Sport zu fördern. Zu diesem Zweck werden an mittlerweile fünf Standorten (Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Oberhausen und Recklinghausen) vielfältige Sportangebote entwickelt und umgesetzt, die sich an den Bedürfnissen der  6 bis 20 Jahre alten Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund ausrichten.

Immer mehr Kinder können heute nicht richtig schwimmen. Studien informieren darüber, dass etwa ein Viertel aller Grundschülerinnen und Grundschüler die 4. Klasse als Nichtschwimmer verlassen. Mit einem neuen Qualifizierungsangebot "Bewegen im Wasser - Schwimmen vermitteln" sollen Jungen und Mädchen ab 16 Jahren und Erwachsene aus Familien mit Migrationshintergrund für die praktische Schwimmunterweisung gewonnen werden. Die Initiative wurde vom Sportministerium und der DLRG Nordrhein in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Auf Grundlage der in einem Modell-Lehrgang gewonnenen Erfahrungen gibt Hilfestellung für die Durchführung weiterer Lehrgängeden der Handlungsleitfaden "Bewegen im Wasser - schwimmen vermitteln" (PDF, 4 MB)