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Kultur und Alter


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Polyphonie-Konzert am 7. Juni 2009 im Theater Duisburg; © Stephan Eichler / Institut für Bildung und Kultur e.V.

Unserer Gesellschaft wird immer älter. Dem gilt es auch in kultureller Hinsicht Rechnung zu tragen. Seniorinnen und Senioren treten nicht nur als Publikum, sondern auch als Produzenten und Vermittler von kulturellen Projekten auf.

Als Pina Bausch im Jahr 2000 ihr Werk „Kontakthof“ neu einstudierte, sorgte der Untertitel für Verwunderung: „Für Damen und Herren ab 65“. Heraus kam eine weltweit gefeierte Arbeit mit 25 Protagonisten in einem Alter, das weit jenseits dessen liegt, was auf deutschen Tanzbühnen üblich ist.
   
Teilnehmer und Profitierende
Die Landesregierung fördert Projekte, die dazu beitragen, älteren Menschen den aktiven Zugang zu Kunst und Kultur zu erleichtern und zu ermöglichen. Auch die empirische Grundlagenforschung wird unterstützt, um herauszufinden, wie zum Beispiel spezielle Gruppen von Älteren (Hochaltrige, Migranten, Bildungsferne) durch die Entwicklung kultureller Bildungs- und Beteiligungsmodelle integriert werden können. Das Europäische Zentrum für Kultur und Bildung im Alter (KUBIA), angesiedelt am Institut für Bildung und Kultur in Remscheid, bietet im Auftrag des MFKJKS unter anderem mit seiner Webseite age-culture.net eine Plattform für den Austausch, stellt internationale Projekte vor und hilft damit, auf das Thema Kultur und Alter aufmerksam zu machen.

Förderfonds: Neue Ideen für die Kulturarbeit mit Älteren

Die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur ist für viele ältere Menschen ein Schlüssel zu sozialer Teilhabe und höherer Lebensqualität. Angesichts der steigenden Zahl älterer und hochaltriger Menschen in unserer Gesellschaft wächst auch im Bereich der Kultur und Kulturvermittlung der Bedarf an qualitativ hochwertigen Angeboten, die die Lebenserfahrungen und -umstände älterer Menschen berücksichtigen und es ihnen ermöglichen, sich kulturell zu beteiligen. Kulturteilhabe bietet Älteren nicht nur Freude und Sinnstiftung durch künstlerisches Tun und kulturelles Engagement, sondern auch soziale Orientierung und Beteiligung sowie kommunikative und gestaltende Kompetenzen als Rüstzeug für eine "gelingende Lebensphase Alter".

Die gesellschaftliche Veränderung birgt auch Chancen für Kultureinrichtungen, denn die ältere Generation ist mehr als nur eine stetig wachsende Zielgruppe interessierter Rezipienten. Sie ist zugleich eine Gruppe erfahrener und kompetenter Vermittler und kreativer Produzenten von Kunst und Kultur, die sich gern und aktiv einbringen und das Kulturleben bereichern. Mit der Öffnung kultureller Institutionen für eine zeitgemäße Altenkulturarbeit entstehen zusätzlich neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Akteuren aus der sozialen Altenarbeit.

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