Kein Kind zurücklassen - Kommunen in NRW beugen vor

Kein Kind zurücklassen - Kommunen in NRW beugen vor

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen und die Bertelsmann Stiftung haben im März 2012 gemeinsam das Modellvorhaben "Kein Kind zurücklassen - Kommunen in NRW beugen vor" offiziell gestartet. Das Ziel des Vorhabens ist es, bereits vorhandene Maßnahmen in den Kommunen und auf Kreisebene besser und gezielter zu nutzen, um Kindern und Jugendlichen sowie ihren Familien wirksamer als bisher Unterstützung anbieten zu können und den Ressourceneinsatz zu optimieren. Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, aber auch Kitas, Schulen, Vereine, Ärzte oder die Polizei sollen noch systematischer zusammenarbeiten.

52 Kommunen in NRW sind dem Aufruf der Landesregierung zum Modellvorhaben gefolgt und haben ihre Ideen und Konzepte für lokale Vorbeugung eingereicht. Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren nehmen 15 Städte und drei Kreise am Projekt teil: Arnsberg, Bielefeld, Dormagen, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Gladbeck, Hamm, Moers, Mönchengladbach, Münster, Oberhausen, Witten und Wuppertal sowie der Kreis Düren, der Kreis Unna und der Kreis Warendorf.

Die Lebensphasen von Kindern und Jugendlichen im Blick behalten
"Es zeichnet sich immer deutlicher ab, wie wichtig es ist, Dienste und Unterstützungsleistungen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien vor Ort besser aufeinander abzustimmen", sagt Ministerin Ute Schäfer. "Als Familien- und Jugendministerin freue ich mich darum besonders, dass sich die beteiligten Städte und Kreise mit auf den Weg machen. Die vielfältigen Angebote müssen mehr vom Kind aus gedacht werden. Das trägt dazu bei, sie verstärkt miteinander zu verzahnen, um so die Lebenssituation von Kindern, Jugendlichen und Familien weiter zu verbessern."

Ausgehend von dem Grundsatz "Vorbeugen ist besser als heilen" wollen die teilnehmenden Kommunen und Kreise die Angebote vor Ort so verändern, dass sie miteinander verbundene Glieder einer Präventionskette werden. Für die verschiedenen Akteure im Sozialraum und an den Übergängen zwischen den Systemen (Kita - Schule - Beruf) bedeutet dies, noch enger zusammenzuarbeiten und Steuerungsprozesse zu intensivieren. So kann das Kind und der Jugendliche in den verschiedenen Lebensphasen im Blick bleiben und ihm rechtzeitig die notwendige Unterstützung zuteil werden. "Nicht zuletzt gehören dazu auch die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit zum Beispiel in Sportvereinen oder Kultureinrichtungen, die einen wichtigen Beitrag zum gelingenden Aufwachsen vor Ort leisten," so Ministerin Ute Schäfer.

Eltern in den Kommunen aktiv einbinden

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Kein Kind zurücklassen - Kommunen in NRW beugen vor

Bei diesem Gesamtvorhaben geht es nicht um den Aufbau (zeitlich befristeter) neuer Projektstrukturen, sondern vielmehr um die Verbesserung bestehender Kooperations-, Förder- und Angebotsstrukturen vor Ort. Dabei ist die Partnerschaft mit Eltern von herausragender Bedeutung. "Dem hohen Engagement von Eltern und den vielfältigen Ressourcen, die sie in ihre Familien einbringen, gebührt unsere volle Anerkennung. Wir wären schlecht beraten, Eltern nicht von Anfang an aktiv in die Maßnahmen vor Ort einzubinden", sagt Ministerin Ute Schäfer.


Die ausgewählten 15 Kommunen und drei Landkreise erhalten eine finanzielle Förderung für ihren personellen und sachlichen Mehraufwand, die je nach Größe bis zu 32.000 Euro und bis zu 64.000 Euro beträgt. Durch gegenseitiges Lernen der Modellkommunen mit ihren unterschiedlichen Ansätzen und mithilfe einer umfassenden wissenschaftlichen Evaluierung sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die auch den nicht teilnehmenden Kommunen dabei helfen sollen, vorbeugende Strukturen aufzubauen.

Projektkoordinierungsstelle im MFKJKS begleitet und unterstützt
Das Gesamtvorhaben umfasst folgende Handlungsebenen:

  • Aufbau und Entwicklung kommunalspezifischer Präventionsketten,
  • Wissenstransfer zwischen den Kommunen im Modellvorhaben und anderen im Land,
  • Untersuchung der fachlichen und finanzwirtschaftlichen Auswirkungen.

Auf Seiten der Landesregierung setzt das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport das Modellvorhaben "Kein Kind zurücklassen!" gemeinsam mit der Staatskanzlei NRW um. Als zentrale Partner sind die weiteren Fachressorts der Landesregierung, die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, die kommunalen Spitzenverbände sowie die Zivilgesellschaft in das Vorhaben eingebunden.

Zur Begleitung und Unterstützung der 18 Modellkommunen ist im MFKJKS eine zentrale Koordinierungsstelle eingerichtet worden. Sie unterstützt die Kommunen bei der Umsetzung ihrer jeweiligen Ziele durch:

  • Beratung vor Ort bei der Erfassung des bestehenden Spektrums vorbeugender Angebote, der Identifizierung aktueller Herausforderungen und der Konkretisierung von Zielvorhaben,
  • bedarfsgerechte Coaching- und Qualifizierungsangebote,
  • den Aufbau eines Lernnetzwerks für den interkommunalen Wissens- und Erfahrungsaustausch,
  • Expertenhearings zur Ermittlung von präventivem Handlungsbedarf und daraus resultierenden Empfehlungen an Kommunen und Landesregierung,
  • eine bundesweite Bestandsaufnahme bestehender Präventionsmodelle mit dem Ziel, ein Referenzmodell für Kommunen zu schaffen.

Das Modellvorhaben ist in der ersten Phase bis 2015 angelegt. Beabsichtigt ist eine Fortsetzung bis 2020.

Zahlen, Daten, Fakten und vor allem Einblicke in die Programme und Strategien der teilnehmenden Kommunen finden Sie auf kein-kind-zuruecklassen.de   

Mehr zu Projektauftakt, Videos, Bilder, Interview und Studie auf dem Landesportal NRW   

Kooperationspartner beim Modellvorhaben ist die Bertelsmann Stiftung   

Ansprechpartner:

Dr. Heinz-Jürgen Stolz

Heinz-Juergen.Stolz@mfkjks.nrw.de     

Fachveranstaltung

Fachveranstaltung "Mit Eltern - Zusammenarbeit von Profis und Eltern gestalten", Düsseldorf, 30.05.2012. Foto: Bertelsmann S

"Mit Eltern: Zusammenarbeit von Profis und Eltern gestalten - Handlungsspielräume für Kommunen". Düsseldorf, 30.05.2012
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Kein Kind zurücklassen

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Bertelsmann Stiftung

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