Landesinitiative "Familie kommt an"
Wege in eine familiengerechte Kommune
Menschen leben und erleben Familie vor Ort, in den kleinen Gemeinden und in den Stadtquartieren. Dabei hängt es ganz entscheidend von den lokalen Rahmenbedingungen ab, wie die Chancen und der Lebensalltag von Familien verbessert werden können. Kommunen sind gefragt, passgenaue Konzepte für eine zukunftsfähige familiengerechte Infrastruktur zu entwickeln. Hierbei kommt es darauf an, kommunale Maßnahmen auch unter familienpolitischen Aspekten zu planen, auszuloten und strategisch auszurichten.
Die Landesregierung möchte Kommunen dabei zur Seite stehen, optimale und zukunftsfeste Bedingungen für Familien zu schaffen. Mehrere Initiativen, Maßnahmen und ein starkes Aktionsbündnis für familiengerechte Kommunen sorgen dafür, dass vor Ort die Weichen auf eine maßgeschneiderte Politik zugunsten von Familien besser gestellt werden können. Es gilt, optimale Rahmenbedingungen für Familie in ihrem gesamten Lebensverlauf zu gestalten. Dazu gehören Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene, Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Freizeit-, Kultur- und Sportangeboten und vieles mehr. Partizipation der Familien selbst spielt dabei eine große Rolle.
Das IQZ: Kompetente Anlaufstelle für Kommunen rund um die Familienpolitik
Ein wichtiger Eckpfeiler im Kontext der verschiedenen Maßnahmen ist das Informations- und Qualifizierungszentrum für Kommunen (IQZ). Das IQZ ist eine landesweite Service- und Anlaufstelle, die Kommunen in allen Fragen rund um die kommunale Familienpolitik zur Seite stehen möchte. Das IQZ bietet Informationen, Qualifizierung und Beratung für alle auf kommunaler Ebene relevanten Handlungsfelder an. Zudem hilft es bei der Vernetzung wichtiger Themenfeldern und Aktivitäten. Mit der Einrichtung des IQZ hat das Land den Wunsch vieler Kommunen nach einer solchen Landesstelle konsequent umgesetzt.
Portal für die Fachöffentlichkeit: Fundiertes Rüstzeug für praktische Arbeit vor Ort
Zu erreichen sind die Ansprechpersonen im IQZ auch über einen Klick auf das Internet www.familie-in-nrw.de. Das Internetportal der Landesregierung für die kommunale Fachöffentlichkeit spielt eine wichtige Rolle bei dem Bemühen, Kommunen bei familienpolitischen Weichenstellungen zu unterstützen. Das Online-Angebot mit Newsletter, den Sie direkt im Portal anfordern können, ist stark serviceorientiert und bietet fundiertes Rüstzeug für die praktische Arbeit vor Ort an.
Qualifizierung ist das A und O: Kurs zum Kommunalen Familienmanagement
Mit Landesmitteln gefördert werden berufsbegleitende Qualifizierungskurse zum "kommunalen Familienmanager" angeboten. Diese Kurse richten sich an alle Interessierten, die kommunale Familienpolitik vor Ort gestalten möchten. Informationen zum Qualifizierungskurs finden Sie unter www.familie-in-nrw.de.
Das Aktionsbündnis: Eine Verantwortungsgemeinschaft auf Augenhöhe
Mit dem Aktionsbündnis für familiengerechte Kommunen ist in NRW ein bundesweit einmaliger Schulterschluss von Staat und allen relevanten gesellschaftlichen Institutionen zugunsten von Familien in den Kommunen gelungen. In einer neuen politischen Kultur haben sich 15 landesweite Dachorganisationen zusammen mit dem Familienministerium vorgenommen, dass vor Ort die Rahmenbedingungen für Familien optimiert, Familien mehr Chancengerechtigkeit erhalten und ihre Partizipationsmöglichkeiten gestärkt werden. Die Partner arbeiten auf Augenhöhe im Bündnis zusammen.
Wichtige Akteure sind: Kommunale Spitzenverbände, DGB-NRW, Landesarbeitsgemeinschaft der Familienverbände, Familienselbsthilfe, Elternnetzwerk Netzwerk NRW, Freie Wohlfahrtspflege, Vereinigung der Industrie- und Handelskammern NRW, Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW e.V., Westdeutscher Handwerkskammertag, Wirtschaftsjunioren NRW, Bertelsmann Stiftung, LandesSportbund und die Lokalen Bündnisse für Familie.
Bisherige Schwerpunkte: Erarbeitung und Verabschiedung des Memorandums für familiengerechte Kommunen, familienunterstützende haushaltsnahe Dienstleistungen einschließlich Positionspapier und Erweiterung des Portals der Verbraucherzentrale NRW für den "Kundenkreis Familie". Derzeitig steht das Thema "Familie und Bildung" auf der Handlungsagenda mit dem Ziel, mehr Bildungsgerechtigkeit und mehr Bildungschancen für Familien durch starke Netzwerke in den Kommunen zu erreichen.
Mehr über das Aktionsbündnis für familiengerechte Kommunen erfahren Sie unter www.familie-in-nrw.de.
Das Audit für familiengerechte Kommunen: Ein Prozess mit zukunftsfesten Strategien
Als erstes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen die Initiative ergriffen, um Kommunen ein solides Instrumentarium an die Hand zu geben, mit dem sie eine prozesssorientierte familiengerechte Planung vornehmen können. Detailliert werden dabei die jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort in den Fokus genommen. Analog zu dem Audit "Beruf und Familie" hat das Familienministerium NRW zusammen mit der Bertelsmann Stiftung und der berufundfamilie gGmbh eine hochwertige Auditierung entwickelt. Damit wollte die Trägergemeinschaft auch dazu beitragen, die Familiengerechtigkeit zu stärken und in die Fläche zu tragen.
"Faktor Familie" mit Echtbetrieb betraut
Bereits acht Kommunen aus NRW, die an der Test- und Pilotphase teilgenommen haben, können sich mit dem bundesweit anerkannten Zertifikat "Familiengerechte Kommunen" schmücken. Selbstverständlich können auch weitere Kommunen aus NRW bald folgen: Der Echtbetrieb startet voraussichtlich Ende 2010. Die Trägergemeinschaft hat "Faktor Familie" damit betraut. Das nordrhein-westfälische Familienministerium wird den Echtbetrieb engagiert flankieren. Übrigens: Nicht nur Kommunen aus NRW erhalten die Chance, sich mit diesem strategischen Instrument nachhaltig familiengerecht aufzustellen. Das Audit kann auch in anderen Bundesländern Schule machen. So ist Baden-Württemberg gerade dabei, in fünf Kommunen die Pilotierung durchzuführen.
Mehr über das Audit für familiengerechte Kommunen gibt es unter www.familie-in-nrw.de.
Kommunale Familienberichterstattung: Plattform für die politische Planung
Lokalen Initiativen zugute kommt auch das Format für eine EDV-gestützte kommunale Familienberichterstattung als Grundlage für die politische Planung. In den Blick genommen werden soziodemografische und sozioökomische Daten, darüber hinaus gibt es Zusatzmodule u.a. zu den Themen "Lebensräume von Familien", "Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf", "Kinder in der Familie" und "Vereinbarkeit von Familie und Beruf". Die Software ermöglicht nicht nur eine Auswertung statistischer Quellen, sondern auch von Ergebnissen repräsentativer Familienbefragungen. Zusätzlich ist die Aufnahme familienrelevanter Angebote der Städte und Gemeinden in entsprechend zugeschnittene kommunale Familienberichte möglich. Die Software steht allen Kommunen gegen finanzielle Beteiligung zur Verfügung. Nähere Informationen finden Sie hier.
